Varulv - Die Trud
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Verlassene Magd, trauriges Gesindel, träumst von
Zweisamkeit, sich mich an, mein Weib sollst du sein.
Komm zu mir und tanz, lass walten frohes Gelächter,
glaub ihnen nicht, bin nicht der Seelen Schlächter.
Feurig heiß der Tanz beginnt, gehörnt ich bin ich weiß,
fürcht dich fürchterlich, mit Fleiß verfüg ich über dich.
Sei mir zu Willen, so oft ich es will, hör auf zu weinen, sei still!
Schwefel, Schwefel und Feuersbrunst, sterbend und leident liegst
in meiner Gunst!
Gebähr mir viele Töchter, ich verleibe sie mir ein, und hör doch auf zu weinen -
wolltest des Teufels Dirne Sein!
Ich höre deine Stimme, selbst in meinem dunklen
Heim, dort wo kein Vogel singt fernab vom
Mondeslicht und Sonnenschein.
Im kalten See die Rose nie verwelkt, ist sie doch
das Licht meiner dunklen Welt.
Blaues Blut im blauen Reich, kommst hier einer
Göttin gleich.
Blass wie Schnee mit rotem Haar, leuchtest hell
das ganze Jahr.
Im blauen Zwielicht horch der zartem Herze schwaches pochen...
Frösche warnen mich, der ganze Hofstand streicht
durch tiefe Wälder, doch willst nicht gehn, du bist wie ich.
eine Königin an meiner 'Seit'...
im Wasserschattenreich liegst neb'n
mir kreidebleich...
Erschwerte Brust, ein Fluch,
Krankheit, dunkler Wald, im Totental
Alle meine Liebsten, liegen vor mir...
War's ich der sie gerichtet, welche grausam
Wesen auf mir wohl trohnt.
Es rast der Wind durch kalte Nacht,
hat dir zum Schlaf die Trud gebracht,
ist's des Teufels Kinderlein, labt sich am
schweißes Angesicht, wenn im Schlaf die Welt
zerbricht...
Schweißerfüllt winde ich mich im Traume des Alps
verlassen von jener Kraft die meines Armes einst
vermacht, ringe ich mit dem Schrecken der Nacht.
Ein schwerer Sturz, ich ertrinke in einem Meer aus Teer,
das Erwachen fällt mir schwer, bleib für immer in diesem Höllenreich,
und soll ich noch erwachen, dann tot als graue Leich'...
Es lag ein Bauernhaus am Waldesrand fern vom Städle
im wilden Land, dort am Lande lebt ne Dirn mit ihrem Bündel.
In jener dunklen Nacht, durch Geschrei am Feld erwachte das Madl,
durchs Fenster konnt sie sehn, draußen der Finsternis - nen schwarzn Schabock stehn.
Ein Wehklagen durchdringt die Ohren, riss die Dirn aus ihrem Schlaf,
sie rannte vor die Türe, konnt' nicht glauben was dort geschah.
Der Bock liegt übern Mündl, er frisst des Kindes Bein, mit leuchtend
roten Augen, besessen scheints zu sein... es kaute und es schmatzte,
das Madl schrie gar sehr, frisst sich durch des Kindes zarten Leib, ein wahrlich Blutesmeer!
Die Dirne nahm nen Prügel, schwer schlug sie auf's Vieh ein,
es schrie auf doch es hielt nicht, vom Fleischverzehren ab, sie zerrte an den Hörnern,
doch traf die Dirn ein Hut zwischen ihre Lenden!
Das Blut rannt' aus der Dirne, sie kroch zrück ins Heim, überließ ihr
Madl den Tode - keine Mutter konnt sie jemals wieder sein.
Die Siedlung brennt...
Es wurde berichtet, ein fremdes Heer naht...
Wo sie einfallen, bleibt nichts wie es war...
Uns lag es am Leben, warn' unsre Männer doch bereits tot,
flüchten in die Wälder der große Graben Versteck uns bot.
Nur Alte und Weiber mit Kindern noch so klein, sie warteten
im Graben, Angst und Hunger brachten große Pein.
Endlose Tage, die Zeit stand still, Hunger machte sich breit, erloschene Hoffnung...
einer musst gehn.
Doch als er zurückkam, das Grauen folgt ihm auf dem Fuße.
Sie drängten uns zurück, standen mit Rücken an der Felsenwand.
Das Blutbad begann, niemand konnt uns retten,
ein Wehklagen den Göttern entgegen erschallt,
doch vergebens.
Das Blut unsrer Kinder, den Bach Rot leuchten ließ...
So lagen wir hier... dürft dies nicht vergessen...
Es treibt mich Nachts aus
meinem Schlafgemach, ein Verlangen
ein Ruf, dem ich folgen muss.
Zur Mitternachtsstund die Grenze zwischen
lebend und tot verwischt, aus den Mooren
scheint grell ein blaues Licht.
Ein Zeichen aus dem Totenreich,
bring uns deine Seele,
tausch ein dein Leib gen Dunkelheit,
vernab von truges Schein und Leid.
Heut Nacht der Ruf noch stärker hallt,
heut Nacht leg ich mich nieder, kein Weib wart
hier an meiner Seit, kaum Freud wart mir
zuteil, wandle an des Schnitters seit.
Als Licht seht ihr mich heute wenn der Mond
hell scheint, tanzend über die Moore bis ans
Ende aller Zeit...
Dort wo der Atemzug den Winde übergeht
kein Strauch mehr wächst kein Tier dem Boden durchgräbt,
ein Jedermann im Niemandsland ist dort des Schnitters rechte Hand!
Knochenkult!
Ein Geist der durch die Wälder streift, stehts
der Verwesung auf den Versen, ein Sammler
der Unendlichkeit, Sünder bringen ihm ein Opfer
in rabenschwarzer Nachtens Stille.
Wenn Trommeln der Leere Raum durchdringt,
stiehlt sonst doch gar jedes Leben.
Knochenkult!
Ob Nagetier, ob Mensch ob Vieh, alles zählt zu
seinen Werken,
Am Knochen schabt am Schädel kratzt der Fürst der Toten
in des Berges dunklen Raum.
Tief in seiner Höhle in Ewigkeit wird
nichts verfallen was hier verborgen liegt, ist reiner noch als Gold.
Es naht in jenen Nächten, wenn Vollmond sich spiegelt an des Wassers Spiel,
alter Schrecken, naht das Floß des schwarzen Herren.
Er rudert umher auf jenem alten Fluss, er richtet schwer, setzt
er an Lande den Fuß, auf der Suche nach dem Lebensfaden, Gefolgschaft sind Verweisung und Maden.
Todesgeschrei der Flößer naht,
unsre Welt liegt bald in Scherben.
Sehet nur das Grauen naht,
ihm folgt Tod und Verderben.
Ein Flößer naht, ein in Schwarz gehüllter Scherge.
Auf seinem Rücken trägt er einen Sack voller verfluchter Erde.
Verschüttet er etwas davon vor deinem Haus', dann seht' es naht die Pest!
Der Schnitter naht, die Pest - Sie kommt zu euch, gibt euch den Rest.
Für Aas ein Fest, liegt sodann das ganze Land im Sterben,
kein Wehklagen, Flehen und Bitten,
wird vor diesem Teufel euch noch retten.
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Erschwerte Brust, ein Fluch,
Krankheit, dunkler Wald, im Totental
Alle meine Liebsten, liegen vor mir...
War's ich der sie gerichtet, welche grausam
Wesen auf mir wohl trohnt.
Es rast der Wind durch kalte Nacht,
hat dir zum Schlaf die Trud gebracht,
ist's des Teufels Kinderlein, labt sich am
schweißes Angesicht, wenn im Schlaf die Welt
zerbricht...
Schweißerfüllt winde ich mich im Traume des Alps
verlassen von jener Kraft die meines Armes einst
vermacht, ringe ich mit dem Schrecken der Nacht.
Ein schwerer Sturz, ich ertrinke in einem Meer aus Teer,
das Erwachen fällt mir schwer, bleib für immer in diesem Höllenreich,
und soll ich noch erwachen, dann tot als graue Leich'...
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